Den Favoriten am Rand einer Niederlage

Mit einem wirklich guten Auftritt brachte der SV Ulm den VfB Gaggenau in arge Bedrängnis, der haushohe Favorit um die Meisterschaft bangte im eigenen Traischbachstadion bis zum Schlusspfiff um den hart erkämpften Sieg. In einer aufgrund der Vorbedingungen eigentlich ungleichen Partie zeigte der Gast aus der Defensive heraus eine konzentrierte Leistung und hätte mit etwas besseren Entscheidungen im letzten Spieldrittel durchaus für eine Überraschung sorgen können, doch leider blieb eine Handvoll guter Gegenangriffe letztlich erfolglos und in letzter Konsequenz dann auch entscheidend für die Niederlage im Murgtal. In der Abwehr offenbarten sich die Schwächen des VfB, und die hochkarätigen Angreifer der Hausherren waren zwar nie ganz auszuschalten, doch bei der Ulmer Defensivreihe vielfach gut aufgehoben.

Bereits der zweiten gute Gegenzug über Ruben Thaller führte zur Ulmer Führung, als Steven Müller dessen weite Flanke über den herauslaufenden Keeper Spahija hinweg volley aus gut 14 Metern in das nun verwaiste Gehäuse schob (18.). Mit guten und sicheren Mittelfeldstafetten nahmen die Gäste den Schwung und die Kombinationen und Zuspiele auf die gefährlichen Spitzen des VfB aus der Partie, und hinten entzauberte Torhüter Lukas Justus die im ersten Abschnitt eher wenigen Möglichkeiten der Einheimischen.

Zur Pause reagierte Gaggenau mit einem ersten Wechsel, brachte mit Ortega einen weiteren Angreifer für einen Mittelfeldspieler. Dies sollte sich schon nach vier Minuten auszahlen, einen aufsetzenden Distanzschuss auf dem zur Pause reichlich bewässerten Rasenspielfeld konnte Torwart Justus nur nach vorne abwehren, wo eben Ortega am schnellsten reagierte und zum Ausgleich einschoss. Danach drückte Gaggenau auf die Führung, scheiterte jedoch mehrfach am glänzend reagierenden Keeper Justus. Mit Beginn der Schlussphase schob Ulm wieder weiter nach vorne und deutete nun eigene Möglichkeiten an. Neben Lukas Justus sicherlich auffälligster Akteur auf dem Platz wurde dann Ruben Thaller zur tragischen Figur, als er zunächst nach schönem Spielzug alleine vor Torhüter Spahija das 1:2 nur denkbar knapp verpasste und dann nur kurze Zeit später mit einem unglücklichen Ballverlust in Höhe der Mittellinie das Siegtor des Favoriten praktisch mit einleitete. Technisch wirklich herausragend gemacht vollendete dabei erneut Ortega eine Flanke, die von Julian Engel nur noch ins eigene Tor abgefälscht werden konnte (85.). Mit diesem Auftritt hätte sich der SV Ulm insgesamt einen Zähler durchaus verdient gehabt, konnte aber dennoch hoch erhobenen Hauptes das alt ehrwürdige Stadion verlassen.       

Im Vorspiel unterlag Ulm II der Reserve des VfB Gaggenau mit 1:3 und verlor nicht nur das Spiel, sondern auch den nach langer Verletzungspause kurz zuvor eingewechselten Lujan Aragon Diaz wegen groben Foulspiels per Platzverweis (80.). Drei Minuten vor dem Ende gelang Rouven König mit einem platzierten Distanzschuss nicht nur der Ehrentreffer, sondern das erste Saisontor der „Zweiten“.

Bereits am Samstag unterlag auch die SG Schwarzach II / Ulm III im Derby bei der SG Stollhofen / Söllingen II klar mit 1:4. Auf dem Sportgelände in Stollhofen markierte Alexander Langhans das zwischenzeitliche 1:3.