Verdienten Zähler erkämpft, aber “Oli” Ernst verloren

SpVgg. Ottenau – SV Ulm 3:3 (3:1, Bezirksliga). Neun mal gelb für die Gastgeber, drei gelbe Karten für den SV Ulm, und dazu noch jeweils eine Ampelkarte – es war ein arbeitsreicher Tag für den insgesamt gut leitenden Landesliga-Schiedsrichter Ilker Kaya (SC Freiburg), der im Murgstadion viele Szenen richtig erkannte und vor dann allem im Schlussdrittel nicht auf die zahlreichen Schwalben der Spielvereinigung hereinfiel. Dabei hatten die Hausherren die Vorgaben den neuen Trainers Hubert Luft bis nach der Pause hervorragend umgesetzt, mit viel Laufarbeit und aggressivem, zuweilen auch sehr hartem Auftreten das Aufbauspiel der Gäste empfindlich gestört und so auch mit einem klaren Übergewicht in der Zweikampfführung die Oberhand auf dem Feld. Schon in der 9. Minute scheiterte David Schneider alleine vor Keeper Manuel Klemm, der dessen Schuss gerade noch an die Querlatte lenken konnte, eine gute Viertelstunde später führte wieder einmal mehr ein eigener Eckball für Ulm zu einem Konter, die Einheimischen ließen sich das folgende Überzahlspiel nicht nehmen und gingen durch den freigespielten Kevin Walter mit 1:0 in Führung. Den ersten gelungenen Gegenangriff überhaupt nutzte dann Steven Müller und verwandelte eine schöne Vorlage von Alexander Janzen zwar zum Ausgleich (24.), doch postwendend war dann Mittelstürmer Schneider zur Stelle und  Nutznießer eines Missverständnisses vor Torhüter Klemm zur abermaligen Führung. Eine weitere Tiefschlafphase genehmigte sich das Ulmer Team dann in der 37. Minute und wurde durch das 3:1 von Spielführer Steffen Weiler bitter abgestraft. Oliver Ernst traf zwar noch vor dem Seitenwechsel die Oberkante der Ottenauer Querlatte, doch Trainer Oliver Bethge musste zur Pause etwas ändern und brachte mit Metzger und Burst zwei frische Spieler auf das Feld. Das Ulmer Team holte sich in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel zwar die einzigen drei Verwarnungen ab, war aber nun erkennbar gewillt, die Partie nicht so einfach abzugeben. Nun schien jedoch auch Ottenau dem  Aufwand der ersten Spielhälfte Tribut zollen zu müssen, einen Pass in die Tiefe verwandelte zunächst Müller zum Anschlusstreffer (59.), dem stärker werdenden Druck des Vorjahreszweiten konnten die Einheimischen danach oft nur noch mit Fouls unterbinden und kassierten gleich reihenweise Verwarnungen. Als Kapitän Weiler wegen einer Unsportlichkeit per Ampelkarte vom Feld musste (70.), schien sich das Blatt zugunsten des SV Ulm endgültig zu wenden, doch Antreiber Oliver Ernst sah nach seinem zweiten Foul ebenfalls gelb/rot und glich so die Personenzahl auf dem Feld wieder aus. Die Gästen operierten in der Schlussphase zwar viel zu oft mit ungenauen langen Bällen und hätten müde Gastgeber spielerisch sicherlich in größere Nöte gebracht, erzwangen aber nach einer Eckballserie dennoch den Ausgleich nach einem Kopfball von Björn Burst (84.). Wie schon in der Vorwoche hatte Ulm durchaus Moral bewiesen, war aber spielerisch meilenweit von der Bestform entfernt, auch deshalb, weil man die Zweikämpfe nicht entsprechend annahm und sich zuweilen vor allem bei Einwürfen vielfach überrumpeln ließ.                                  

Der SV Ulm spielte in folgender Aufstellung:

Manuel Klemm – Nils Helmholdt (46. Björn Burst, 89. Tom Eisele), Benedikt Wisser, Patrick Ernst (73. Fabian Huck), Manuel Friedmann –  Alexander Janzen (46. Marius Metzger), Michael Leppert, Fabian Ernst, Oliver Ernst,  Aykut Ademogullari – Steven Müller.   

Fußballcamp 2019

Wenngleich am zweiten Tag triefend nass – allen insgesamt 70 Kindern, die beim diesjährigen Fußballcamp des SV Ulm im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Lichtenau mit dabei waren, machte es einen Riesenspaß. Die logistische Gesamtorganisation lag in den Händen von Andreas Litsch. Benedikt Wisser und seine 18 Mitstreiter aus dem Damen- und Herrenbereich sowie den B-Juniorinnen beschäftigten die Kids insgesamt zwei Tage lang am Münzwald-Sportgelände und nutzten beiStarkregen auch das bereits aufgerichtete Festzelt für einige Übungseinheiten im Trockenen. Schon fast traditionell bildete das Erringen eines Fußballabzeichens den Abschluss des Camps. Alle Teilnehmer, darunter auch zahlreiche Mädchen, erhielten nicht nur eine Urkunde, sondern wurden unter anderem auch mit Shirts und Trinkflaschen ausgestattet. Weitere Unterstürzung fand das Orga-Team in der Küchenbrigade mit Marianne Reppke, Martina Decker, Christine Hofmann und Carina Höll. Außerdem versorgten Doris und Thomas Müller die knappe „Hundertschaft“ einmal mehr mit vitaminreichen Zwischenmahlzeiten.

Schlagerspiel in der 2. Pokalrunde

SV Ulm – FV Baden-Oos (Samstag, 18.00, Bezirkspokal). Schon in der zweiten Runde des Rothaus-Bezirkspokals kommt es zum Duell des letztjährigen Bezirksligazweiten gegen den Rangdritten und lange Zeit auch haushohen Favoriten um den Aufstieg in die Landesliga. Eine echte Standortbestimmung also für beide Teams nur eine Woche vor dem Punktspielstart, wobei die Kurstädter in der ersten Runde beim SV Vimbuch den deutlich längeren Atem bewiesen und sich in einer torreichen und packenden Partie nach Verlängerung mit 5:3 durchsetzen konnten. Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle, dass sich Vimbuch im Vorfeld spontan dazu bereit erklärt hatte, im Falle eines eigenen Weiterkommens auf das folgende Heimrecht zugunsten des SV Ulm zu verzichten und dann das Pokalspiel im Rahmen des Sportfestes am Münzwald auszutragen. An dieser Stelle also dennoch ein Dankeschön an die Fußballfreunde aus dem Bühler Teilort. Nach dem vergleichsweise locker eingefahrenen Erfolg beim ersatzgeschwächten B-Ligisten TuS  Greffern, der nur durch den Abbruch beim klaren Spielstand von 8:0 kurz vor Spielende etwas getrübt wurde, hat die Mannschaft von Trainer Oliver Bethge nun also eine ganz andere Hausnummer zu Gast. Spielertrainer Pantelis Kalpakoglou, immerhin schon in der siebten Spielzeit an der Oos in der Verantwortung, hat zwar mit Spielgestalter Luca Alesi (SV Oberachern), Nachwuchstalent Timo Ganther (SG Stollhofen(Söllingen) und Stürmer Halil Tekce (TC Fatihspor) drei wichtige Spieler verloren, auf der anderen Seite aber unter anderem mit Alper Demirdögen und Emre Topal zwei gestandene Akteure von Türkiyemspor Selbach hinzugewonnen. Die Ziele beider Vereine unterscheiden sich kaum, beide wollen eine ähnlich gute Rolle spielen wie in der Vorsaison. Die Hausherren verfügen aktuell weitgehend über den gleichen Kader wie schon im Vorjahr, hinzu kommen Rückkehrer Michael Leppert nach einem beruflichen Jahr in China sowie Fabian Huck, der jedoch schon mit einer Verletzung vom FV Plittersdorf an den Münzwald kam und sich noch im Aufbautraining befindet. Die Zuschauer dürfen sich im sogenannten „Hauptspiel“ des diesjährigen Sportfestes auf eine sicherlich spannende Begegnung freuen.

                       

das sportFEST

steht vor der Tür

Ein vielfältiges Musik- sowie ein ebenso breit gefächertes Sportprogramm kennzeichnen auch in diesem Jahr wieder „das sportFEST“ beim SV Ulm. Kleinfeldturniere von Betriebsmannschaften (Freitag) und Alten Herren (Samstag), der mittlerweile schon 31. Volkslauf am Sonntag Morgen und auch das Testspiel der Ulmer „Zweiten“ gegen den SV Appenweier (Sonntag), der kurzfristig für den im Pokal gebundenen SV Honau einsprang, bilden den Rahmen der Veranstaltung auf dem Sportgelände  und im angrenzenden Münzwald. Außerdem erfährt das Menschenkickerturnier nach dem großartigen Zulauf im Vorjahr am Sonntag Nachmittag eine Neuauflage. Die fußballerischen Höhepunkt sind jedoch sicherlich das Rothaus-Bezirkspokalspiel der Ulmer „Ersten“ gegen den Ligakonkurrenten FV Baden-Oos und das abschließende Turnier um den Pokal der Verbandsgemeinde Rheinmünster/Lichtenau, an dem am Montag Abend alle Vereine aus diesen Ortsbereichen teilnehmen und quasi als letzter ernstzunehmender Test vor der knapp eine Woche später beginnenden Punktespielzeit genutzt wird, was einen sehr spannenden und hochwertigen Blitz-Turnierverlauf verspricht.

Während die Rock-Legenden von „Van Teichmann“ aus Bühl das Fest am Freitag musikalisch eröffnen und dabei erstmals am Münzwald zu Gast sind, befinden sich „Dreirad“ aus Tirol mit ihrem fünften Gastspiel in Ulm quasi auf Abschiedstour, sie wollen nach den vielen Jahren im Ski-Zirkus St. Anton und auch als Dauerbrenner auf dem Münchner Oktoberfest nun eine schöpferische Pause einlegen. Ein Begriff für sich selbst ist auch schon Jahren die „Party unter Palmen“ am Samstag Abend, Ausverkauf-Alarm herrschte auch in diesem Jahr wieder im Vorfeld der Veranstaltung. Eingebettet in den heimischen Top-Act „Bow Tie Willi“ tritt mit „Parallel“ aus Stuttgart ein absolutes Newcomer-Duo auf, das im Vorjahr noch beim New Pop Festival in Baden-Baden zu Gast war und nun auch zu einem Live-Auftritt im ZDF-Morgenmagazin (28. August) eingeladen wurde. Die bekannten Vorverkaufsstellen sind nur noch bis Freitag geöffnet, wer also noch eine Karte will muss sich beeilen.

Natürlich kommen auch in diesem Jahr wieder die Freunde der Blasmusik voll auf ihre Kosten, der Musikverein Trachtenkapelle Moos gastiert am Sonntag Abend, und für den Montag Mittag sind die Proben der  „Sportblasgruppe“, bestehend aus vielen Musikern benachbarter und befreundeter Musikvereine, bei denen man die Freude am Musizieren bei jedem einzelnen Ton spürt, bereits voll im Gange. Das Tanzbein geschwungen wird wieder am Montag Abend, wenn „Park & Ride“ mit entspannter Party-Musik den Festausklang einläuten.

Neben den üblichen Festspeisen vom Grill bietet der SV Ulm auch in diesem Jahr wieder Mittagessen am Sonntag (Sauerbraten bzw. auch Vegetarisches) und Montag (Fleischknöpfelsuppe) sowie an den beiden Abenden auch Flammkuchen an. Einstimmen können sich die Party-Gäste an Freitag und Samstag auch mit einem besonderen Happy-Hour-Angebot zwischen 20 und 21 Uhr.

Als einer der wenigen Vereine überhaupt kümmert sich der SV Ulm auch um die Kinder und hat ihr einen Spielnachmittag am Montag Nachmittag auf dem Plan, der durch eine Kasperle-Theater-Aufführung um 16.00 Uhr noch erweitert wurde.

Die Besucher erwartet somit auch 2019 wieder nicht nur ein prall volles, sondern vor allem auch abwechslungsreiches  Programm für Besucher und Gäste aller Altersklassen.     

www.sv-ulm.de, www.das-sportfest.de und Facebook: SV Ulm 1948. 

Spielabbruch bei klarer Führung

TuS Greffern – SV Ulm 0:8 (0:5, abgebrochen,  Bezirkspokal). Eine überaus einseitige Begegnung fand im Wildbachstadion ein leider unrühmliches Ende, als sich der bis dahin gute und auch ruhige Grefferner Torhüter Matthias Friedmann in der vorletzten Spielminute zunächst zu einer Tätlichkeit gegen Ulms Vierfach-Torschützen Steven Müller hinreißen ließ und nach seinem folgenden Platzverweis auch noch Schiedsrichter Murat Sahin (SV Bühlertal) zumindest leicht anging, worauf dieser die Begegnung sofort abbrach. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Bezirksligist die Partie derart dominiert, dass keinerlei Derby-Stimmung aufkommen konnte. Beide Mannschaften standen zwar einige Wochen zuvor noch in den jeweiligen Aufstiegsspielen und scheiterten quasi fast parallel an den jeweiligen Kontrahenten, der SV Ulm machte aber schnell den Zweiklassenunterschied deutlich und münzte nach einiger Anlaufzeit seine spielerische Überlegenheit durch Fabian Ernst (21./33.), Aykut Ademogullari (29.), Steven Müller (37.) und Oliver Ernst (42.) in einer klare Pausenführung um. Die ersatzgeschwächten Hausherren, an der Seitenlinie interimsmäßig betreut von Neuzugang Jürgen Mack, suchten ihr Heil zwar in einer strukturierten Defensive mit einem dichten Mittelfeld vor der Abwehrreihe, hatten auf der anderen Seite aber im Angriff vor der Pause keinen einzigen Torschuss zu verzeichnen. Erst Mitte des zweiten Durchganges schnupperten die Schifferdörfler dann ein, zwei Mal an einem eigenen Treffer, doch der kaum beschäftigte Ulmer Torhüter Manuel Klemm fing einen Schuss von Stürmer Oliver Nitsche (73.) gerade noch ab und verhinderte so den Ehrentreffer der jederzeit fairen Gastgeber.  Sicher auch bedingt durch die wieder sommerlichen Temperaturen ließen die Gäste den zweiten Spielabschnitt etwas ruhiger und lange nicht mehr konsequent im Abschluss angehen, mit einem Hattrick schraubte Steven Müller dann das Resultat dennoch zwischenzeitlich auf 0:8 nach oben (55./62../80.), wobei seine beiden letzten Treffer aus Strafstößen nach jeweiligen Fouls an Aykut Ademogullari resultierten. Das vorzeitige Ende der Partie überraschte dann sichtlich viele und natürlich auch enttäuschte Zuschauer, entsprach aber durchaus der aktuellen Regelauslegung.

                                                            

Der SV Ulm spielte in folgender Aufstellung:

Manuel Klemm – Jacob Friedmann (51. Tobias Rummel), Benedikt Wisser, Björn Burst (46. Patrick Ernst), Manuel Friedmann – Alexander Janzen (66. Robin Waffenschmidt),  Oliver Ernst (76. Tom Eisele), Fabian Ernst,  Nils Helmholdt, Aykut Ademogullari – Steven Müller.   

Ticket-Vorverkauf für das sportFEST 2019

Ab Montag, den 22.07.2019, könnt ihr euch die Tickets an unseren bekannten VVK-Stellen sichern.
Wie aus den letzten Jahren bekannt, könnt ihr darüber hinaus bei vielen Vereinsmitgliedern eure Tickets erwerben. 
Schnell sein lohnt sich, in den letzten Jahren herrschte für beide Abende die „Ausverkauft-Gefahr“.

VVK-Stellen:

  • Bäckerei Orlemann in Ulm
  • Sparkasse Lichtenau  
  • Volksbank Lichtenau
  • NEU: Grethel Automobile (Hauptstraße 129 in Bühl)

VVK-Preise: 

  • Freitag 8€
  • Samstag 9€
  • sportFESTival-Ticket (für beide Abende) 14€

Weitere Informationen findet ihr auch auf unserer Facebook Seite. Zur Ticket-Situation werden wir euch dort wie gewohnt in den nächsten Wochen, bis hin zum sportFEST, auf dem Laufenden halten. 

Wir freuen uns auf euren Besuch!

Fußballcamp 2019

Bereits zum dritten Mal veranstaltet die Jugendabteilung des SV Ulm in den Sommerferien ein Fußballcamp für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 14 Jahren. Am Dienstag, 6. August, und Mittwoch, 7. August, laden wir auch dieses Jahr wieder alle fußballbegeisterten Jungs und Mädchen zu uns ein.
Das zweitägige Camp findet jeweils von 10 Uhr bis 16 Uhr am Sportplatz in Ulm statt. Das Programm wird von vereinseigenen Spielerinnen und Spielern aus den Seniorenmannschaften vorbereitet und geleitet. Ein Küchenteam versorgt alle Teilnehmer mit Essen und Getränken. Der Selbstkostenbeitrag pro Kind liegt bei 30 Euro.

Die Anmeldung erfolgt unter fussballcamp@sv-ulm.de.

Bei der Anmeldung bitte T-Shirt Größe der Kinder angeben. Anmeldeschluss ist am 15. Juli 2019.

Höhepunkt der Vereinsgeschichte

SV Ulm – SC Offenburg (Samstag, 17.00).

„Egal wie es ausgeht, wir sind schon jetzt unheimlich stolz auf die Leistung dieser Mannschaft“, bemerkte Werner Schell (84) jüngst noch vor dem Hinspiel beim SC Offenburg. Das Ulmer Ehrenmitglied war schon in den Gründungsjahren mit dabei und hat dementsprechend schon viele Höhen, aber natürlich auch Tiefen beim SV Ulm selbst miterlebt. Nun fiebert er zusammen mit den vielen anderen Anhängern der entscheidenden Rückpartie gegen den Sport-Club entgegen und hofft natürlich auf den erstmaligen Aufstieg des SV Ulm in die Landesliga. Als Außenseiter in den Stadtteil Albersbösch gereist, überraschte die Mannschaft von Trainer Oliver Bethge nach zuletzt eher mäßigen Leistungen nicht nur die vielen mitgereisten Fans, sondern in erster Linie auch die Einheimischen, die sicherlich nicht mit einer solch konzentrierten und forschen Leistung des Nordvertreters gerechnet hatten. Doch das 1:1 in der Ortenaumetropole war nur der halbe Weg und nun ein winzig kleiner Vorteil für den SV Ulm, die Favoritenrolle hat aber das Team von Gästetrainer Serkan Nezirov noch immer inne. In der Vorwoche musste er noch auf seinen angeschlagenen Torjäger Tonio Bayer wegen einer Muskelverletzung verzichten, nun wird er aber sicherlich das Risiko eines Einsatzes nicht mehr scheuen und vom Anpfiff weg auf ihn setzen. Auf Ulmer Seite wird hingegen Offensivspieler Robin Waffenschmidt fehlen, er wurde in einer äußerst umstrittenen Situation auf der Ersatzbank mit der Ampelkarte und somit einer Spielsperre bestraft.  „Jetzt erst recht“ war es unmittelbar nach dem Schlusspfiff in Offenburg unisono aus dem  Mannschaftskreis zu vernehmen, wo man sich der guten Leistung bewusst war und dies unbedingt wiederholen möchte. Ohnehin steht den Hausherren kein Druck ins Haus, nach dem Abstiegskampf im Vorjahr war die Vizemeisterschaft und das Erreichen der Aufstiegsspiele wesentlich mehr, als man am Münzwald erwartet hatte, wenngleich zwischenzeitlich viele auch schon vom direkten Aufstieg geträumt hatten, dies jedoch wegen einiger Verletzungen und der starken wie auch konstanten Leistung des Meisters Ottersweier am Ende nicht umzusetzen war.

Ein Scheitern wäre aktuell für die Hausherren auch bestimmt keine Tragödie, in der Bezirksliga hat man sich längst  zurechtgefunden und könnte wohl auch in der kommenden Spielzeit wieder eine gute Rolle spielen, und sollte der Aufstieg tatsächlich erreicht werden, würde man am Münzwald auch weiterhin die auf die Philosophie eigener Spieler setzen und definitiv nicht den Geldhahn aufdrehen. Negativspiele hierzu gibt es schon im hiesigen Bezirk durchaus genug. Die sicherlich zahlreichen Zuschauer dürfen sich also auf eine sehr interessante und wohl enge Begegnung gegen den SC Offenburg freuen, der vor nicht allzu langer Zeit noch auf Verbandsebene spielte und nun zumindest vorerst mit aller Macht wieder zurück in die Landesliga strebt. Dass auch der SCO in den Punkten Zweikampfführung und spielerische Qualität in vorderster Linie zu finden ist, bewies die Mannschaft zumindest phasenweise im Hinspiel, wenn  die Hauptakteure Sermanoukian und Cisse den Ball gekonnt zirkulieren ließen. Mit Goalgetter Bayer kommt nun der im Hinspiel vermisste Stoßstürmer hinzu, doch auch der SV Ulm kann in diesem Punkt mit guter Abwehr, hervorragendem Mittelfeld und vor allem Torjäger Steven Müller noch immer auch qualitativ gut dagegen halten.       

Noch ein abschließender Hinweis an die einheimischen Dauerkarteninhaber: Die Saison-Tickets behalten auch für diese Begegnung ihre Gültigkeit.   

Mit gutem Spiel eine ansprechende Ausgangslage erkämpft

SC Offenburg – SV Ulm 1:1 (1:1). Absolut auf Augenhöhe begegnete der SV Ulm bei seinem Gastspiel in der Ortenau den favorisierten Hausherren und überraschte den SC Offenburg nicht nur mit einem von Beginn an selbstbewussten Auftritt, sondern auch mit dem zuvor lange Zeit verletzt ausgefallenen Fabian Ernst in zentraler Mittelfeldposition, wo er als verlängerter Arm von Trainer Oliver Bethge das Spiel seiner Mannschaft lenkte. Die vielen mitgereisten Ulmer Fans machten augenscheinlich mindestens die Hälfte der ansehnlichen Zuschauerkulisse  und bejubelten jede Aktion der Gäste, die in der 13. Minute bei einem Flachschuss von Oliver Ernst, der nur knapp das Gehäuse des SCO verfehlte, und einer Direktabnahme von Alexander Janzen auf Flanke von Nils Helmholdt (18.) die ersten guten Gelegenheiten verpassten. Erst mit zunehmender Spieldauer kamen die Gastgeber über die spielstarke Achse Straub – Cisse – Sermanoukian besser ins Spiel und zeigten ihr Können bei vielen guten Zuspielen in die Freiräume, doch die Ulmer Defensive stand an diesem Tag über weite Strecken sehr sicher,  und wenn dann dennoch ein Ball durchkam, war der fehlerfreie Torhüter Manuel Klemm einmal mehr ein sicherer Rückhalt. So auch in der 19. Minute, als der bewegliche und immer aus der Tiefe des Raumes kommende Aliu Cisse auf der rechten Außenbahn freigespielt wurde und dessen Rückgabe Daniel Kempf per Flachschuss in zentraler Position direkt in den Armen von Keeper Klemm landete. Nachdem ein Kopfball von Spielführer Robert Grüner ebenfalls von Klemm pariert wurde (25.), war wieder der SV Ulm am Drücker und nutzte den einzigen Fehler des einheimischen Torhüters Mike Baudendistel gnadenlos aus. Als dieser eine Flanke von Steven Müller unterlief, stand Alexander Janzen goldrichtig und staubte zur nicht unverdienten Führung ab (28.). Die Partie stand in der ersten Hälfte auf sehr gutem Niveau, dem hohen Aufwand der ersten 30 Minuten schienen die Gäste in der Schlussphase jedoch Tribut zu zollen, denn Offenburg drängte zur Pause hin auf den Ausgleich und nutzte dann auch die erste Chance durch Narek Sermanoukian, der nach einem Freistoß aus dem Halbfeld per Kopfballablage bedient wurde und völlig freistehend aus wenigen Metern das 1:1 besorgte (38.). Aliu Cisse (43./Klemm wehrte ab) und erneut Spielmacher Sermanoukian (44.), der häufig als vorderste Spitze und Ballhalter die Ulmer Abwehrzentrale beschäftigte, verpassten noch vor dem Seitenwechsel zwei weitere gute Chancen für den Offenburger Vizemeister, der dann aufgrund dieser Möglichkeiten zur Pause durchaus hätte in Front liegen können.

Nach dem Wiederanpfiff hatte zunächst wiederum Sermanoukian das 2:1 auf dem Fuß, jedoch zu viel Rücklage, sodass sein Schuss aus gut zehn Metern weit über das Ulmer Tor ging. Es war der letzte nennenswerte Abschluss des SCO, fortan war das Ulmer Team wieder besser im Spiel und vielfach nur durch Fouls zu bremsen. Schiedsrichter Andreas Nübling (FC Sexau) zog sich den Unmut der Ulmer Fangemeinde erstmals so richtig zu, als er den bereits verwarnten Jens May nach einer weiteren unfairen Aktion gegen Fabian Ernst abermals nur ermahnte und Trainer Serkan Nezirov seinen zentralen Abräumer unmittelbar danach vom Feld nahm (71.), jedoch wenige Minuten vor Spielende dem wegen einer angeblichen Schwalbe ebenfalls bereits verwarnten und schon ausgewechselten Robin Waffenschmidt auf der Ersatzbank die Ampelkarte zeigte, weil dieser eine Wasserflasche gegen die Holzwand des Wechselhäuschens geschmettert hatte. Spätestens jetzt machten sich durchaus verständliche „Schieber“-Rufe wie in den Bundesliga-Stadien der siebziger und achtziger Jahre breit, zumal Waffenschmidt bis zu seiner Auswechslung zu den auffälligsten Feldspielern gehörte und von den Einheimischen mit fairen Mitteln kaum zu halten war. Er wird dem SV Ulm im Rückspiel am Münzwald sicherlich schmerzlich fehlen, doch als Steven Müller kurz vor Spielende sogar noch das Siegtor auf dem Fuß hatte und Torhüter Baudendistel seinen Fehler aus dem ersten Durchgang mit einer Glanzparade wettmachte, konnten Trainer Oliver Bethge und seine Mannschaft die zum Ende der spannenden und guten Begegnung doch mit einem positiven Fazit beenden. „Es war ein insgesamt ausgeglichenes Spiel, das Resultat hält uns für das bevorstehende Heimspiel alle Möglichkeiten offen, und wir werden erneut gut vorbereitet sein“, so Bethge nach der Partie. SCO-Coach Nezirov trauerte insbesondere den vergebenen Chancen vor der Pause nach, sah aber ebenfalls das 1:1 als „gerechtes Ergebnis“ an.                                           

Schiedsrichter: Andreas Nübling (FC Sexau)

Assistenten: Benjamin Stockmar (SV Munzingen), Dominic Morath (FC Vogtsburg)

Tore: 0:1 Janzen (28.), 1:1 Sermanoukian (38.)

Zuschauer: 800

SV Ulm:

Manuel Klemm – Jacob Friedmann, Benedikt Wisser, Patrick Ernst, Nils Helmholdt –  Alexander Janzen (67. Aykut Ademogullari), Oliver Ernst (74. Jonathan Wisser),  Fabian Ernst, Björn Burst (77. Marius Metzger), Steven Müller – Robin Waffenschmidt (86. Jan Dmitrovic).   

SC Offenburg:

Mike Baudendistel – Daniel Kempf, Mijo Vujevic, Jens May (71. Mario Bergmann), Robert Grüber – Mehmet Yildirim, Mischa Pleger, Waldemar Kraus (74. Yannick Männle), Aliu Cisse, Assad Traikia (91. Steve Blessing) – Narek Sermanoukian (82. Cengizhan Keskin).  

Nils Helmholdt gegen Aliu Cisse