Vorläufiger Höhepunkt der Vereinsgeschichte

SC Offenburg – SV Ulm (Samstag, 17.30). 

Als wahrer Publikumsmagnet haben sich in den vergangenen Jahren die nach den letzten Saisonbegegnungen angesetzten Entscheidungsspiele um Auf- oder Abstieg erwiesen, und insbesondere die Duelle der Bezirksliga-Vizemeister aus den Bezirken Offenburg und Baden-Baden sind hier von besonderem Interesse, entscheiden sie doch teilweise noch die Anzahl der Absteiger in den eigenen und nachfolgenden Spielklassen. Erstmals in seiner mehr als 70-jährigen Vereinsgeschichte hat es nun auch der SV Ulm geschafft, an die Tür zur Landesliga anzuklopfen. In der vorangegangenen Spielzeit hat man noch gegen den Abstieg gekämpft, in der aktuellen Saison lag man lange Zeit sogar aussichtsreich im Rennen um die Meisterschaft, musste am Ende aber dem verdienten Titelträger FV Ottersweier den Vortritt lassen, dessen Konstanz im Schlussspurt den Ausschlag gab und die aktuell vorhandene Qualität in der Lindengemeinde bestätigte. Trainer Oliver Bethge und seiner Mannschaft wurde die Reise zum Hinspiel in der Ortenaumetropole zugelost, wo man auf einen spielstarken Gastgeber trifft. Der SC Offenburg lag nach der Vorrunde bereits klar auf Platz zwei, hatte dann in der bekannt starken Ortenaugruppe aber eine kleine Schwächephase und fand sich im letzten Saisonviertel inmitten einiger weiterer Anwärter auf die Vizemeisterschaft, setzte sich aber an den letzten Spieltagen doch noch mit energischem Schlussspurt durch sicherte sich die Aufstiegsspiele mit einem 4:2 am letzten Spieltag daheim gegen den als Absteiger längst feststehenden SC Durbachtal II. Mit Entscheidungsspielen kennt man sich beim SC Offenburg hinlänglich aus, vor fünf Jahren stieg man als Tabellenzweiter von der Landesliga in die Verbandsliga auf, um anschließend nach weiteren zwei Spielzeiten in der Landesliga wieder in das Bezirksoberhaus zurückzukehren. Im Vorjahr noch Tabellendritter, übernahm Trainer Serkan Nezirov den nun wieder aufstrebenden SCO, der in seiner nunmehr 90-jährigen Vereinsgeschichte immer im Schatten des Offenburger FV stand. Mit Tonio Bayer, schon im vergangenen Jahr mit 20 Treffern bester Torschütze der Gastgeber, Aliu Cisse (aktuell 19 Tore) und dem erfahrenen Spielmacher Narek Sermanoukian an der Spitze, der vor zwei Jahren vom SV Linx zu seinem Stammverein zurückkehrte, haben die „Schwarz-Weißen“ eine spielstarke und gleichzeitig torgefährliche Mannschaft geformt, der der SV Ulm nur im Kollektiv begegnen kann. Trainer Bethge dürften nach aktuellem Stand alle Kaderspieler zur Verfügung stehen, er wird im Hinspiel sicherlich eine etwas defensivere Variante in der Aufstellung wählen. Für viele Ulmer Fans werden nun sicherlich Erinnerungen an die Entscheidungsspiele mit dem FV Illingen aus dem Jahr 2011 wach, als man in einem dramatischen Rückspiel mit 5:4 auswärts gewann, damit die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel wettmachte und damals nicht nur den Aufstieg in die Kreisliga A, sondern überhaupt den sportlichen Aufschwung in erster Linie mit Eigengewächsen schaffte. Der SV Ulm reist nun zwar als Außenseiter zum amtierenden Bezirkspokalsieger in die Ortenau, wird sich aber so teuer als möglich verkaufen, um sich für das Rückspiel eine Woche später noch alle Optionen halten zu können.

Aufstieg in die Kreisliga A nach einem 5:4 in Illingen im Jahr 2011