SV
Ulm II – FC Varnhalt (Sonntag,
15.00 Uhr, Kreisliga A). Auf einen erfolgreichen Saisonstart können der neue
Trainer Udo Müller und sein FC Varnhalt zurückblicken, schließlich wurde zum
Saisonauftakt der SC Eisental im heimischen Grünbachtal mit 2:1 besiegt und so
die ersten drei Zähler eingefahren. Dabei war es gar kein leichtes Unterfangen
für den Übungsleiter, die abgewanderten Stammkräfte um den ehemaligen Spielertrainer Matthias
Armbruster sowie den Stürmern Assenheimer und Gruber zu ersetzen und ein neues
Gerippe in der Rebland-Elf zu finden. Maßgeblicher Spieler hier könnte
Mittelfeldstratege Paulo Augusto sein, dessen Qualität unbestritten ist, der
aber bei seinem vorigen Engagement als Spielertrainer beim TC Fatihspor früh
gescheitert war. In der zweiten Runde des Bezirkspokals war der FCV erst in der
Verlängerung beim Aufsteiger Haueneberstein gescheitert und kann sich nun voll
und ganz auf die Liga konzentrieren. Die Hausherren ihrerseits können dies
ohnehin, da nur die Ulmer „Erste“ im Pokal antreten darf. Dafür rang die
Mannschaft am Vorsonntag dem favorisierten FV Gamshurst einen Zähler ab und
ergatterte im Storchendorf ein nicht unverdientes 2:2. Viel wichtiger dabei war
aber, dass im Gegensatz zu den Vorjahren über die ganze Distanz dagegen
gehalten wurde und man sich auch von dem zwischenzeitlichen Rückstand nicht aus
der Ruhe bringen ließ. Mit diesem Aufwind im Rücken kann Spielertrainer
Waldemar Lind nun zuversichtlich den weiteren Aufgaben entgegen sehen, er muss
allerdings auf den in Gamshurst verletzt ausgeschiedenen Niklas Früh vorerst
verzichten. Der Ulmer Stürmer war nach gutem Beginn und der Vorbereitung zum
Führungstreffer dann leider früh ausgeschieden und wird der Mannschaft nun
natürlich fehlen, was den ersten Auftritt der neuen Saison vor heimischem
Publikum sicher nicht leichter macht.
Im Vorspiel empfängt Ulm II die Reserve des FC Varnhalt um 13.15 Uhr.
SV Ulm – Rastatter SC/DJK (Samstag, 17.30 Uhr, Bezirksliga). Gleich zweimal innerhalb von 10 Tagen gastiert der Rastatter SC/DJK am Münzwald. Vor dem Drittrundenspiel im Bezirkspokal (4. September) gibt der Landesliga-Absteiger beim ersten Heimauftritt des SV Ulm seine Visitenkarte im Spiel um Punkte am Münzwald ab. Trainer Christian Unic steht nach der Zwangsrückkehr in das Bezirksoberhaus die Aufgabe ins Haus, den großen Personalwechsel beim Gast in geordnete Bahnen zu lenken und mit seiner teilweise neu formierten Mannschaft in der Liga anzukommen. Am vergangenen Wochenende war man auf dem besten Weg dazu und führte gegen den FC Lichtenau bis in die Nachspielzeit hinein, musste dann aber doch noch den am Ende sicherlich enttäuschenden Ausgleich hinnehmen. Auffälligster Akteur bei den Gästen ist wohl Ausnahmestürmer Juvian Tschemeni Emagni, aufgrund seiner bisherigen Engagements bei Fatihspor und in Lichtental kein Unbekannter in Ulm, der bereits im Frühjahr zur Spielgemeinschaft stieß und seine Treffsicherheit immer wieder unter Beweis stellte. Während also die Gäste den späten Gegentreffer zum 3:3 kassierten, erzwang der SV Ulm beim Saisonstart in Ottenau selbst joch das 3:3, konnte aber im Murgtal überwiegend nur mit einer tollen Moral und der individuellen Qualität einzelner Spieler glänzen. Erschwerend kam für das Team von Trainer Oliver Bethge hinzu, dass mit Spielführer Jonathan Wisser und Robin Waffenschmidt gleich zwei wichtige Spieler verletzt ausfielen, dafür stand Björn Burst nach überstandener Krankheit wieder im Kader und traf in der Schlussphase per Kopf zum Remis. Sein Pflichtspieldebüt im Ulmer Trikot feierte dort außerdem Neuzugang Fabian Huck, der nach überstandener Verletzung erst spät in die Vorbereitung eingestiegen war und noch einen Trainingsrückstand aufzuweisen hat. Fehlen wird in der Partie definitiv Oliver Ernst, der nach wiederholtem Foulspiel dieses eine Spiel gesperrt ist.
SpVgg. Ottenau – SV Ulm 3:3 (3:1, Bezirksliga). Neun mal gelb für die Gastgeber, drei gelbe Karten für den SV Ulm, und dazu noch jeweils eine Ampelkarte – es war ein arbeitsreicher Tag für den insgesamt gut leitenden Landesliga-Schiedsrichter Ilker Kaya (SC Freiburg), der im Murgstadion viele Szenen richtig erkannte und vor dann allem im Schlussdrittel nicht auf die zahlreichen Schwalben der Spielvereinigung hereinfiel. Dabei hatten die Hausherren die Vorgaben den neuen Trainers Hubert Luft bis nach der Pause hervorragend umgesetzt, mit viel Laufarbeit und aggressivem, zuweilen auch sehr hartem Auftreten das Aufbauspiel der Gäste empfindlich gestört und so auch mit einem klaren Übergewicht in der Zweikampfführung die Oberhand auf dem Feld. Schon in der 9. Minute scheiterte David Schneider alleine vor Keeper Manuel Klemm, der dessen Schuss gerade noch an die Querlatte lenken konnte, eine gute Viertelstunde später führte wieder einmal mehr ein eigener Eckball für Ulm zu einem Konter, die Einheimischen ließen sich das folgende Überzahlspiel nicht nehmen und gingen durch den freigespielten Kevin Walter mit 1:0 in Führung. Den ersten gelungenen Gegenangriff überhaupt nutzte dann Steven Müller und verwandelte eine schöne Vorlage von Alexander Janzen zwar zum Ausgleich (24.), doch postwendend war dann Mittelstürmer Schneider zur Stelle und Nutznießer eines Missverständnisses vor Torhüter Klemm zur abermaligen Führung. Eine weitere Tiefschlafphase genehmigte sich das Ulmer Team dann in der 37. Minute und wurde durch das 3:1 von Spielführer Steffen Weiler bitter abgestraft. Oliver Ernst traf zwar noch vor dem Seitenwechsel die Oberkante der Ottenauer Querlatte, doch Trainer Oliver Bethge musste zur Pause etwas ändern und brachte mit Metzger und Burst zwei frische Spieler auf das Feld. Das Ulmer Team holte sich in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel zwar die einzigen drei Verwarnungen ab, war aber nun erkennbar gewillt, die Partie nicht so einfach abzugeben. Nun schien jedoch auch Ottenau dem Aufwand der ersten Spielhälfte Tribut zollen zu müssen, einen Pass in die Tiefe verwandelte zunächst Müller zum Anschlusstreffer (59.), dem stärker werdenden Druck des Vorjahreszweiten konnten die Einheimischen danach oft nur noch mit Fouls unterbinden und kassierten gleich reihenweise Verwarnungen. Als Kapitän Weiler wegen einer Unsportlichkeit per Ampelkarte vom Feld musste (70.), schien sich das Blatt zugunsten des SV Ulm endgültig zu wenden, doch Antreiber Oliver Ernst sah nach seinem zweiten Foul ebenfalls gelb/rot und glich so die Personenzahl auf dem Feld wieder aus. Die Gästen operierten in der Schlussphase zwar viel zu oft mit ungenauen langen Bällen und hätten müde Gastgeber spielerisch sicherlich in größere Nöte gebracht, erzwangen aber nach einer Eckballserie dennoch den Ausgleich nach einem Kopfball von Björn Burst (84.). Wie schon in der Vorwoche hatte Ulm durchaus Moral bewiesen, war aber spielerisch meilenweit von der Bestform entfernt, auch deshalb, weil man die Zweikämpfe nicht entsprechend annahm und sich zuweilen vor allem bei Einwürfen vielfach überrumpeln ließ.
Der
SV Ulm spielte in folgender Aufstellung:
Manuel Klemm – Nils Helmholdt (46. Björn Burst, 89. Tom Eisele), Benedikt Wisser, Patrick Ernst (73. Fabian Huck), Manuel Friedmann – Alexander Janzen (46. Marius Metzger), Michael Leppert, Fabian Ernst, Oliver Ernst, Aykut Ademogullari – Steven Müller.
SV
Ulm – FV Baden-Oos (Samstag, 18.00,
Bezirkspokal). Schon in der zweiten Runde des Rothaus-Bezirkspokals kommt es
zum Duell des letztjährigen Bezirksligazweiten gegen den Rangdritten und lange
Zeit auch haushohen Favoriten um den Aufstieg in die Landesliga. Eine echte
Standortbestimmung also für beide Teams nur eine Woche vor dem Punktspielstart,
wobei die Kurstädter in der ersten Runde beim SV Vimbuch den deutlich längeren
Atem bewiesen und sich in einer torreichen und packenden Partie nach
Verlängerung mit 5:3 durchsetzen konnten. Nicht unerwähnt bleiben sollte an
dieser Stelle, dass sich Vimbuch im Vorfeld spontan dazu bereit erklärt hatte,
im Falle eines eigenen Weiterkommens auf das folgende Heimrecht zugunsten des
SV Ulm zu verzichten und dann das Pokalspiel im Rahmen des Sportfestes am
Münzwald auszutragen. An dieser Stelle also dennoch ein Dankeschön an die
Fußballfreunde aus dem Bühler Teilort. Nach dem vergleichsweise locker eingefahrenen
Erfolg beim ersatzgeschwächten B-Ligisten TuS
Greffern, der nur durch den Abbruch beim klaren Spielstand von 8:0 kurz
vor Spielende etwas getrübt wurde, hat die Mannschaft von Trainer Oliver Bethge
nun also eine ganz andere Hausnummer zu Gast. Spielertrainer Pantelis
Kalpakoglou, immerhin schon in der siebten Spielzeit an der Oos in der
Verantwortung, hat zwar mit Spielgestalter Luca Alesi (SV Oberachern),
Nachwuchstalent Timo Ganther (SG Stollhofen(Söllingen) und Stürmer Halil Tekce
(TC Fatihspor) drei wichtige Spieler verloren, auf der anderen Seite aber unter
anderem mit Alper Demirdögen und Emre Topal zwei gestandene Akteure von
Türkiyemspor Selbach hinzugewonnen. Die Ziele beider Vereine unterscheiden sich
kaum, beide wollen eine ähnlich gute Rolle spielen wie in der Vorsaison. Die
Hausherren verfügen aktuell weitgehend über den gleichen Kader wie schon im
Vorjahr, hinzu kommen Rückkehrer Michael Leppert nach einem beruflichen Jahr in
China sowie Fabian Huck, der jedoch schon mit einer Verletzung vom FV
Plittersdorf an den Münzwald kam und sich noch im Aufbautraining befindet. Die
Zuschauer dürfen sich im sogenannten „Hauptspiel“ des diesjährigen Sportfestes
auf eine sicherlich spannende Begegnung freuen.
TuS
Greffern – SV Ulm 0:8 (0:5, abgebrochen, Bezirkspokal). Eine überaus einseitige Begegnung fand im Wildbachstadion ein leider
unrühmliches Ende, als sich der bis dahin gute und auch ruhige Grefferner
Torhüter Matthias Friedmann in der vorletzten Spielminute zunächst zu einer
Tätlichkeit gegen Ulms Vierfach-Torschützen Steven Müller hinreißen ließ und
nach seinem folgenden Platzverweis auch noch Schiedsrichter Murat Sahin (SV
Bühlertal) zumindest leicht anging, worauf dieser die Begegnung sofort abbrach.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Bezirksligist die Partie derart dominiert,
dass keinerlei Derby-Stimmung aufkommen konnte. Beide Mannschaften standen zwar
einige Wochen zuvor noch in den jeweiligen Aufstiegsspielen und scheiterten
quasi fast parallel an den jeweiligen Kontrahenten, der SV Ulm machte aber
schnell den Zweiklassenunterschied deutlich und münzte nach einiger Anlaufzeit
seine spielerische Überlegenheit durch Fabian Ernst (21./33.), Aykut
Ademogullari (29.), Steven Müller (37.) und Oliver Ernst (42.) in einer klare
Pausenführung um. Die ersatzgeschwächten Hausherren, an der Seitenlinie
interimsmäßig betreut von Neuzugang Jürgen Mack, suchten ihr Heil zwar in einer
strukturierten Defensive mit einem dichten Mittelfeld vor der Abwehrreihe,
hatten auf der anderen Seite aber im Angriff vor der Pause keinen einzigen
Torschuss zu verzeichnen. Erst Mitte des zweiten Durchganges schnupperten die
Schifferdörfler dann ein, zwei Mal an einem eigenen Treffer, doch der kaum
beschäftigte Ulmer Torhüter Manuel Klemm fing einen Schuss von Stürmer Oliver
Nitsche (73.) gerade noch ab und verhinderte so den Ehrentreffer der jederzeit
fairen Gastgeber. Sicher auch bedingt
durch die wieder sommerlichen Temperaturen ließen die Gäste den zweiten
Spielabschnitt etwas ruhiger und lange nicht mehr konsequent im Abschluss
angehen, mit einem Hattrick schraubte Steven Müller dann das Resultat dennoch
zwischenzeitlich auf 0:8 nach oben (55./62../80.), wobei seine beiden letzten
Treffer aus Strafstößen nach jeweiligen Fouls an Aykut Ademogullari
resultierten. Das vorzeitige Ende der Partie überraschte dann sichtlich viele
und natürlich auch enttäuschte Zuschauer, entsprach aber durchaus der aktuellen
Regelauslegung.
Der
SV Ulm spielte in folgender Aufstellung:
Manuel
Klemm – Jacob Friedmann (51. Tobias Rummel), Benedikt Wisser, Björn Burst (46.
Patrick Ernst), Manuel Friedmann – Alexander Janzen (66. Robin
Waffenschmidt), Oliver Ernst (76. Tom
Eisele), Fabian Ernst, Nils Helmholdt,
Aykut Ademogullari – Steven Müller.
„Egal wie es ausgeht, wir sind schon jetzt
unheimlich stolz auf die Leistung dieser Mannschaft“, bemerkte Werner Schell
(84) jüngst noch vor dem Hinspiel beim SC Offenburg. Das Ulmer Ehrenmitglied
war schon in den Gründungsjahren mit dabei und hat dementsprechend schon viele
Höhen, aber natürlich auch Tiefen beim SV Ulm selbst miterlebt. Nun fiebert er
zusammen mit den vielen anderen Anhängern der entscheidenden Rückpartie gegen
den Sport-Club entgegen und hofft natürlich auf den erstmaligen Aufstieg des SV
Ulm in die Landesliga. Als Außenseiter in den Stadtteil Albersbösch gereist,
überraschte die Mannschaft von Trainer Oliver Bethge nach zuletzt eher mäßigen
Leistungen nicht nur die vielen mitgereisten Fans, sondern in erster Linie auch
die Einheimischen, die sicherlich nicht mit einer solch konzentrierten und
forschen Leistung des Nordvertreters gerechnet hatten. Doch das 1:1 in der
Ortenaumetropole war nur der halbe Weg und nun ein winzig kleiner Vorteil für
den SV Ulm, die Favoritenrolle hat aber das Team von Gästetrainer Serkan
Nezirov noch immer inne. In der Vorwoche musste er noch auf seinen
angeschlagenen Torjäger Tonio Bayer wegen einer Muskelverletzung verzichten,
nun wird er aber sicherlich das Risiko eines Einsatzes nicht mehr scheuen und
vom Anpfiff weg auf ihn setzen. Auf Ulmer Seite wird hingegen Offensivspieler
Robin Waffenschmidt fehlen, er wurde in einer äußerst umstrittenen Situation
auf der Ersatzbank mit der Ampelkarte und somit einer Spielsperre bestraft. „Jetzt erst recht“ war es unmittelbar nach
dem Schlusspfiff in Offenburg unisono aus dem
Mannschaftskreis zu vernehmen, wo man sich der guten Leistung bewusst
war und dies unbedingt wiederholen möchte. Ohnehin steht den Hausherren kein
Druck ins Haus, nach dem Abstiegskampf im Vorjahr war die Vizemeisterschaft und
das Erreichen der Aufstiegsspiele wesentlich mehr, als man am Münzwald erwartet
hatte, wenngleich zwischenzeitlich viele auch schon vom direkten Aufstieg
geträumt hatten, dies jedoch wegen einiger Verletzungen und der starken wie
auch konstanten Leistung des Meisters Ottersweier am Ende nicht umzusetzen war.
Ein Scheitern wäre aktuell für die Hausherren
auch bestimmt keine Tragödie, in der Bezirksliga hat man sich längst zurechtgefunden und könnte wohl auch in der
kommenden Spielzeit wieder eine gute Rolle spielen, und sollte der Aufstieg
tatsächlich erreicht werden, würde man am Münzwald auch weiterhin die auf die
Philosophie eigener Spieler setzen und definitiv nicht den Geldhahn aufdrehen.
Negativspiele hierzu gibt es schon im hiesigen Bezirk durchaus genug. Die
sicherlich zahlreichen Zuschauer dürfen sich also auf eine sehr interessante
und wohl enge Begegnung gegen den SC Offenburg freuen, der vor nicht allzu
langer Zeit noch auf Verbandsebene spielte und nun zumindest vorerst mit aller
Macht wieder zurück in die Landesliga strebt. Dass auch der SCO in den Punkten
Zweikampfführung und spielerische Qualität in vorderster Linie zu finden ist,
bewies die Mannschaft zumindest phasenweise im Hinspiel, wenn die Hauptakteure Sermanoukian und Cisse den
Ball gekonnt zirkulieren ließen. Mit Goalgetter Bayer kommt nun der im Hinspiel
vermisste Stoßstürmer hinzu, doch auch der SV Ulm kann in diesem Punkt mit guter
Abwehr, hervorragendem Mittelfeld und vor allem Torjäger Steven Müller noch
immer auch qualitativ gut dagegen halten.
Noch ein abschließender Hinweis an die einheimischen Dauerkarteninhaber: Die Saison-Tickets behalten auch für diese Begegnung ihre Gültigkeit.
SC
Offenburg – SV Ulm 1:1 (1:1). Absolut auf Augenhöhe begegnete der SV Ulm bei seinem Gastspiel in der
Ortenau den favorisierten Hausherren und überraschte den SC Offenburg nicht nur
mit einem von Beginn an selbstbewussten Auftritt, sondern auch mit dem zuvor
lange Zeit verletzt ausgefallenen Fabian Ernst in zentraler Mittelfeldposition,
wo er als verlängerter Arm von Trainer Oliver Bethge das Spiel seiner
Mannschaft lenkte. Die vielen mitgereisten Ulmer Fans machten augenscheinlich
mindestens die Hälfte der ansehnlichen Zuschauerkulisse und bejubelten jede Aktion der Gäste, die in
der 13. Minute bei einem Flachschuss von Oliver Ernst, der nur knapp das
Gehäuse des SCO verfehlte, und einer Direktabnahme von Alexander Janzen auf
Flanke von Nils Helmholdt (18.) die ersten guten Gelegenheiten verpassten. Erst
mit zunehmender Spieldauer kamen die Gastgeber über die spielstarke Achse
Straub – Cisse – Sermanoukian besser ins Spiel und zeigten ihr Können bei
vielen guten Zuspielen in die Freiräume, doch die Ulmer Defensive stand an
diesem Tag über weite Strecken sehr sicher,
und wenn dann dennoch ein Ball durchkam, war der fehlerfreie Torhüter
Manuel Klemm einmal mehr ein sicherer Rückhalt. So auch in der 19. Minute, als
der bewegliche und immer aus der Tiefe des Raumes kommende Aliu Cisse auf der
rechten Außenbahn freigespielt wurde und dessen Rückgabe Daniel Kempf per
Flachschuss in zentraler Position direkt in den Armen von Keeper Klemm landete.
Nachdem ein Kopfball von Spielführer Robert Grüner ebenfalls von Klemm pariert
wurde (25.), war wieder der SV Ulm am Drücker und nutzte den einzigen Fehler
des einheimischen Torhüters Mike Baudendistel gnadenlos aus. Als dieser eine
Flanke von Steven Müller unterlief, stand Alexander Janzen goldrichtig und
staubte zur nicht unverdienten Führung ab (28.). Die Partie stand in der ersten
Hälfte auf sehr gutem Niveau, dem hohen Aufwand der ersten 30 Minuten schienen
die Gäste in der Schlussphase jedoch Tribut zu zollen, denn Offenburg drängte
zur Pause hin auf den Ausgleich und nutzte dann auch die erste Chance durch
Narek Sermanoukian, der nach einem Freistoß aus dem Halbfeld per Kopfballablage
bedient wurde und völlig freistehend aus wenigen Metern das 1:1 besorgte (38.).
Aliu Cisse (43./Klemm wehrte ab) und erneut Spielmacher Sermanoukian (44.), der
häufig als vorderste Spitze und Ballhalter die Ulmer Abwehrzentrale
beschäftigte, verpassten noch vor dem Seitenwechsel zwei weitere gute Chancen
für den Offenburger Vizemeister, der dann aufgrund dieser Möglichkeiten zur
Pause durchaus hätte in Front liegen können.
Nach dem Wiederanpfiff hatte zunächst wiederum Sermanoukian das 2:1 auf dem Fuß, jedoch zu viel Rücklage, sodass sein Schuss aus gut zehn Metern weit über das Ulmer Tor ging. Es war der letzte nennenswerte Abschluss des SCO, fortan war das Ulmer Team wieder besser im Spiel und vielfach nur durch Fouls zu bremsen. Schiedsrichter Andreas Nübling (FC Sexau) zog sich den Unmut der Ulmer Fangemeinde erstmals so richtig zu, als er den bereits verwarnten Jens May nach einer weiteren unfairen Aktion gegen Fabian Ernst abermals nur ermahnte und Trainer Serkan Nezirov seinen zentralen Abräumer unmittelbar danach vom Feld nahm (71.), jedoch wenige Minuten vor Spielende dem wegen einer angeblichen Schwalbe ebenfalls bereits verwarnten und schon ausgewechselten Robin Waffenschmidt auf der Ersatzbank die Ampelkarte zeigte, weil dieser eine Wasserflasche gegen die Holzwand des Wechselhäuschens geschmettert hatte. Spätestens jetzt machten sich durchaus verständliche „Schieber“-Rufe wie in den Bundesliga-Stadien der siebziger und achtziger Jahre breit, zumal Waffenschmidt bis zu seiner Auswechslung zu den auffälligsten Feldspielern gehörte und von den Einheimischen mit fairen Mitteln kaum zu halten war. Er wird dem SV Ulm im Rückspiel am Münzwald sicherlich schmerzlich fehlen, doch als Steven Müller kurz vor Spielende sogar noch das Siegtor auf dem Fuß hatte und Torhüter Baudendistel seinen Fehler aus dem ersten Durchgang mit einer Glanzparade wettmachte, konnten Trainer Oliver Bethge und seine Mannschaft die zum Ende der spannenden und guten Begegnung doch mit einem positiven Fazit beenden. „Es war ein insgesamt ausgeglichenes Spiel, das Resultat hält uns für das bevorstehende Heimspiel alle Möglichkeiten offen, und wir werden erneut gut vorbereitet sein“, so Bethge nach der Partie. SCO-Coach Nezirov trauerte insbesondere den vergebenen Chancen vor der Pause nach, sah aber ebenfalls das 1:1 als „gerechtes Ergebnis“ an.
Schiedsrichter: Andreas Nübling (FC Sexau)
Assistenten: Benjamin Stockmar
(SV Munzingen), Dominic Morath (FC Vogtsburg)
Tore: 0:1 Janzen (28.),
1:1 Sermanoukian (38.)
Zuschauer:
800
SV Ulm:
Manuel Klemm – Jacob Friedmann, Benedikt Wisser, Patrick Ernst, Nils Helmholdt – Alexander Janzen (67. Aykut Ademogullari), Oliver Ernst (74. Jonathan Wisser), Fabian Ernst, Björn Burst (77. Marius Metzger), Steven Müller – Robin Waffenschmidt (86. Jan Dmitrovic).
SC Offenburg:
Mike Baudendistel – Daniel Kempf, Mijo Vujevic, Jens May (71. Mario Bergmann), Robert Grüber – Mehmet Yildirim, Mischa Pleger, Waldemar Kraus (74. Yannick Männle), Aliu Cisse, Assad Traikia (91. Steve Blessing) – Narek Sermanoukian (82. Cengizhan Keskin).
Als wahrer Publikumsmagnet haben sich in den vergangenen Jahren die nach den letzten Saisonbegegnungen angesetzten Entscheidungsspiele um Auf- oder Abstieg erwiesen, und insbesondere die Duelle der Bezirksliga-Vizemeister aus den Bezirken Offenburg und Baden-Baden sind hier von besonderem Interesse, entscheiden sie doch teilweise noch die Anzahl der Absteiger in den eigenen und nachfolgenden Spielklassen. Erstmals in seiner mehr als 70-jährigen Vereinsgeschichte hat es nun auch der SV Ulm geschafft, an die Tür zur Landesliga anzuklopfen. In der vorangegangenen Spielzeit hat man noch gegen den Abstieg gekämpft, in der aktuellen Saison lag man lange Zeit sogar aussichtsreich im Rennen um die Meisterschaft, musste am Ende aber dem verdienten Titelträger FV Ottersweier den Vortritt lassen, dessen Konstanz im Schlussspurt den Ausschlag gab und die aktuell vorhandene Qualität in der Lindengemeinde bestätigte. Trainer Oliver Bethge und seiner Mannschaft wurde die Reise zum Hinspiel in der Ortenaumetropole zugelost, wo man auf einen spielstarken Gastgeber trifft. Der SC Offenburg lag nach der Vorrunde bereits klar auf Platz zwei, hatte dann in der bekannt starken Ortenaugruppe aber eine kleine Schwächephase und fand sich im letzten Saisonviertel inmitten einiger weiterer Anwärter auf die Vizemeisterschaft, setzte sich aber an den letzten Spieltagen doch noch mit energischem Schlussspurt durch sicherte sich die Aufstiegsspiele mit einem 4:2 am letzten Spieltag daheim gegen den als Absteiger längst feststehenden SC Durbachtal II. Mit Entscheidungsspielen kennt man sich beim SC Offenburg hinlänglich aus, vor fünf Jahren stieg man als Tabellenzweiter von der Landesliga in die Verbandsliga auf, um anschließend nach weiteren zwei Spielzeiten in der Landesliga wieder in das Bezirksoberhaus zurückzukehren. Im Vorjahr noch Tabellendritter, übernahm Trainer Serkan Nezirov den nun wieder aufstrebenden SCO, der in seiner nunmehr 90-jährigen Vereinsgeschichte immer im Schatten des Offenburger FV stand. Mit Tonio Bayer, schon im vergangenen Jahr mit 20 Treffern bester Torschütze der Gastgeber, Aliu Cisse (aktuell 19 Tore) und dem erfahrenen Spielmacher Narek Sermanoukian an der Spitze, der vor zwei Jahren vom SV Linx zu seinem Stammverein zurückkehrte, haben die „Schwarz-Weißen“ eine spielstarke und gleichzeitig torgefährliche Mannschaft geformt, der der SV Ulm nur im Kollektiv begegnen kann. Trainer Bethge dürften nach aktuellem Stand alle Kaderspieler zur Verfügung stehen, er wird im Hinspiel sicherlich eine etwas defensivere Variante in der Aufstellung wählen. Für viele Ulmer Fans werden nun sicherlich Erinnerungen an die Entscheidungsspiele mit dem FV Illingen aus dem Jahr 2011 wach, als man in einem dramatischen Rückspiel mit 5:4 auswärts gewann, damit die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel wettmachte und damals nicht nur den Aufstieg in die Kreisliga A, sondern überhaupt den sportlichen Aufschwung in erster Linie mit Eigengewächsen schaffte. Der SV Ulm reist nun zwar als Außenseiter zum amtierenden Bezirkspokalsieger in die Ortenau, wird sich aber so teuer als möglich verkaufen, um sich für das Rückspiel eine Woche später noch alle Optionen halten zu können.
Aufstieg in die Kreisliga A nach einem 5:4 in Illingen im Jahr 2011
FC
Lichtental – SV Ulm 4:2 (2:0, Bezirksliga). Beim Auswärtsspiel im Haimbachtal, wo es
für die Gastgeber noch um den Klassenerhalt in der Bezirksliga ging, musste
Ulms Trainer Oliver Bethge den Spagat zwischen der Schonung stark belasteter
oder angeschlagener Spieler leisten und
gleichzeitig aber auch versuchen, Spannung und Motivation in dem Team
hoch zu halten. Hierzu musste er aber auch die Formation ändern, weshalb einige
Automatismen nicht mehr passten und andererseits ein bis in die Haarspitzen
motivierter FC Lichtental grundlegend zeigte, warum er auch in personell
geschwächter Aufstellung an die jüngste Siegesserie anknüpfen wollte. Der SV Ulm kontrollierte
anfangs dann nur scheinbar die Partie und wurde bei Ballverlusten durch
schnelles, aber auch kluges Bassspiel der Einheimischen in die Tiefe einige
Male förmlich überrannt. Fabian Ganster (16.) und Maximilian Edelmann (32.)
brachte nach solchen Situationen in fast gleicher Manier die Hausherren mit 2:0
in Front, wiederum Ganster (18.), Rudolf Hinkel (21.) und Raphael Geiler (44.)
hätten die Kurstädter vor der Pause sogar noch weitaus deutlicher in Front
bringen können, doch Ulms Keeper Robin Frietsch hielt seine Mannschaft mit
guten Paraden im Spiel.
So ganz hängen lassen wollten sich die Gäste im letzten Punktespiel der Saison dann doch nicht, Coach Bethge brachte nach der Pause binnen kurzer Zeit gleich drei neue Spieler und damit auch wieder mehr Schwung in die eigene Offensive. Mit freundlicher Unterstützung von Torhüter Markus Welti versenkte Steven Müller dann einen Freistoß aus gut 25 Metern zum Anschluss im Tor (58.), Oliver Ernst setzte nur zwei Minuten später einen Kopfball nur knapp neben den Pfosten und hatte nach genau eine Stunde Spielzeit schon fast den Ausgleich hergestellt. Lichtental ließ nun immer mehr nach, die Gäste bestimmten eindeutig die Partie und kamen durch den freigespielten Goalgetter Müller in der 76. Minute auch zum längst verdienten 2:2. Als „Oli“ Ernst in der 78. Minute aus dem Mittelfeld heraus die Abwehr der Hausherren überlief und alleine vor dem Tor den Ball auf den mitgelaufenen Alexander Janzen quer gelegt hatte, wurde das vermeintliche 2:3 wegen einer angeblichen Abseitsstellung annulliert. Dies schien nun aber wieder die Hausherren zu motivieren, die zum Klassenerhalt einen Sieg benötigten und dann eine Schlussoffensive starteten. Lichtental warf nun alles nach vorne und erhielt zunächst einen umstrittenen Foulelfmeter zugesprochen, den Ganster zum 3:2 verwandelte (84.), und schon im nächsten Angriff nutzte der FCL-Torjäger ein Missverständnis in der Ulmer Defensive und spitzelte den Ball zum vielumjubelten Endstand in das Tor. Nach schwachem ersten Durchgang zeigte der SV Ulm eine halbe Stunde lang guten Fußball im Haimbachtal, was auch beinahe zum Sieg gereicht hätte, hielt dann aber in der Schlussphase gegen einen an diesem Tag willensstärkeren Gegner nicht mehr entscheidend genug dagegen und muss vor den anstehenden Entscheidungsspielen gegen den sicherlich favorisierten SC Offenburg (8. bzw. 15. Juni) nun noch einmal alle Kräfte bündeln.
SV Ulm II – SV Sasbach II 0:1 (Kreisliga A Süd). Sicherlich keinen Sommerfußball bekamen
die Zuschauer bei fast tropischen Temperaturen am Münzwald zusehen, denn nach
verhaltenem Beginn und einigen andeutungsweise vorhandenen Möglichkeiten auf
beiden Seiten war es ausgerechnet der künftige Spielertrainer der Gäste,
Matthias Zehnle, der seine Mannschaft mit einem Sonntagsschuss in Führung
brachte, als sich sein Distanzschuss per Bogenlampe unerreichbar für den
ansonsten sicheren Torhüter Maximilian Simmes in das Toreck senkte (29.). Die
Hausherren mühten sich in der restlichen Spielzeit mit viel Aufwand um den
Ausgleich und drangen vor allem über die rechte Außenbahn gefühlt ein Dutzend
mal in den Strafraum der Gäste ein, doch nicht ein einziges Mal fand der
jeweilige Flankengeber dabei einen freistehenden Mitspieler, nach sehr guter
Vorbereitung Aktionen also, die in dieser Spielzeit schon sehr oft zu
beobachten waren. Im Duell der Bezirksliga-Reserven, die sich beide schon
vorzeitig den Klassenerhalt gesichert hatten und Sasbach II den Verbleib der
„Ersten“ eine Etage höher am Vortag verständlicherweise mitgefeiert hatte,
liefen die Einheimischen dem Rückstand dann erfolglos hinterher und konnten die
Niederlage im letzten Heimspiel der Saison dann trotz Einsatz und Engagement
nicht mehr verhindern, während sich Spielertrainer Laszlo Kanyuk und sein
Gästeteam mit einer guten Defensivleistung noch einmal selbst belohnten und den
immerhin schon fünften Auswärtssieg einfuhren. Schiedsrichter Murat Sahin (SV
Bühlertal) hatte mit der überwiegend fairen Partie keine Mühe und leitete
unauffällig.
Der SV Ulm II spielte in folgender Aufstellung:
Maximilian
Simmes – Robin Knebel, Hendrik Faust, Luca Bellante, Nicolai Metzinger (46. Tom
Eisele) – Philipp Sauter, Tobias Rummel (61. Dominik Faust), Kevin Brand, Denis
Tran (70. Julian Brand), Benjamin Gembruch (57. Julian Brand) – Waldemar Lind
(46. Niklas Früh).